Uncovered: German finance backs Amazon gas expansion, defying its own policy
For immediate release
New research, ‘Broken Promises, Dirty Deals: Germany’s Fossil Fuel Finance Abroad and its Destructive Consequences’ (in Englisgh and German), conducted by Oil Change International (OCI) and partners, reveals that a drilling rig whose purchase was backed by German public finance is enabling fossil fuel expansion in the Brazilian Legal Amazon. Existing gas operations by the company that purchased the rig have been linked to environmental harm, human rights risks, and legal challenges over violations of Indigenous rights.
The findings, published today, show that Germany-backed financing helped make possible the purchase of the “Eneva Explorer” drilling rig by Brazilian energy company Eneva. Contrary to the German government’s claim that the project would simply replace an older rig in existing gas production sites, OCI’s investigation found the rig was used to drill seven new gas wells in Maranhão’s Parnaíba Basin within six months of being put into operation in Brazil in 2025, helping the company expand its gas reserves and develop a new field. The science is clear that there is no room for new fossil fuel expansion if the world is to meet the Paris Agreement’s 1.5°C goal. Existing fossil fuel infrastructure alone would push the world beyond that limit, making new oil and gas development incompatible with a safe climate.
The research comes as Germany’s government is considering further relaxing its export finance climate guidelines. Those rules were introduced in 2023 to implement Germany’s commitment under the Clean Energy Transition Partnership (CETP), through which countries pledged to end international public finance for fossil fuels by the end of 2022. While most CETP signatories have largely ended fossil fuel finance, Germany approved USD 1.5 billion in fossil fuel projects in 2023 and 2024, making it one of the alliance’s largest violators.
The briefing warns that weakening Germany’s export finance policy would undermine the country’s international credibility, expose taxpayers to growing financial risks from stranded fossil fuel assets, and violate Germany’s international law obligations. It also documents how Eneva’s operations have been linked to environmental harm, food insecurity, and alleged violations of Indigenous rights, raising concerns about the social impacts of continued public support for fossil fuel expansion.
Oil Change International is calling on Germany to strengthen, not weaken its export finance rules by removing remaining fossil gas loopholes, ending support for all fossil fuel projects abroad, extending climate screening across the entire export finance portfolio, and improving transparency around project approvals.This is crucial to ensure a safe and sovereign clean energy future at home and abroad.
Katharina Rall, Research Manager at Oil Change International, said:
“Germany is at a crossroads. It can double down on the fossil fuel projects of the past or invest in the clean energy future we all desperately need. Weakening export finance rules and safeguards would send billions more in public finance toward climate pollution while making Germany less secure, less competitive, and less credible on the world stage. Every euro spent locking countries into more oil and gas is a euro not invested in the clean, affordable energy systems that strengthen energy security, improve economic competitiveness, and protect communities from climate harm.”
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Notes to editors:
- Broken Promises, Dirty Deals (in English and German) examines Germany’s international public finance for fossil fuels and the risks posed by proposed revisions to Germany’s export finance climate guidelines.
- Oil Change International’s research found that the German-backed “Eneva Explorer” drilling rig was used to drill seven new wells in Brazil’s Parnaíba Basin in 2025, contributing to fossil gas expansion in Brazil’s Legal Amazon. Eneva’s public statements indicate the rig could be deployed next to the Amazonas Basin.
- Germany signed the Clean Energy Transition Partnership in 2021, committing to end international public finance for fossil fuels and prioritize clean energy. Despite Germany breaking its commitment, this international alliance drove a 78% drop in international fossil fuel finance.
- Research in 2025 by Oil Change International and ClientEarth, Wasting Public Money, revealed how Germany is at risk of watering down a 2021 pledge to end taxpayer-backed financing of fossil fuel projects overseas.
German translation
Studie: Deutschland unterstützt mit seiner Exportfinanzierung die Gasförderung im Amazonasgebiet – trotz eigener Klimavorgaben
SPERRFRIST BIS 9 UHR
5 August 2026
Kontakt: Bonnie Barclay, Oil Change International, [email protected]
Oil Change International warnt vor einer Aufweichung von Deutschlands Sektorleitlinien für Exportfinanzierungen. Dadurch würde das Land seine Verpflichtung zum Ausstieg aus der internationalen öffentlichen Finanzierung fossiler Brennstoffe weiter untergraben.
Die neue Studie von Oil Change International (OCI) Gebrochene Versprechen, schmutzige Geschäfte: Deutschlands Finanzierung fossiler Brennstoffe im Ausland und ihre zerstörerischen Folgen deckt auf, dass der mit Deutschlands öffentlicher Finanzierung unterstützte Kauf einer Bohranlage den Ausbau fossiler Brennstoffe im legalen Amazonasgebiet Brasiliens ermöglicht. Die Gasförderung des Unternehmens, das die Bohranlage erworben hat, steht in Verbindung mit Umweltschäden, Menschenrechtsrisiken und juristischen Auseinandersetzungen wegen Verletzungen der Rechte indigener Völker.
Die heute veröffentlichten Ergebnisse zeigen, dass Deutschland den Kauf der Bohranlage „Eneva Explorer“ durch das brasilianische Energieunternehmen Eneva mitfinanziert und damit ermöglicht hat. Entgegen der Darstellung der Bundesregierung, die Bohranlage solle lediglich eine ältere Anlage an bestehenden Gasförderstandorten ersetzen, zeigt die Untersuchung von OCI, dass die Bohranlage zur Gasförderung eingesetzt wurde, nachdem sie im Jahr 2025 im Parnaíba-Becken im Bundesstaat Maranhão in Betrieb genommen worden war. Innerhalb von nur sechs Monaten nach Inbetriebnahme ermöglichte sie sieben neue Bohrungen. So konnte Eneva seine Gasreserven vergrößern und ein neues Feld erschließen. Die Forschung zeigt klar: Wenn das 1,5-Grad-Ziel des Pariser Abkommens noch erreichbar bleiben soll, gibt es keinen Raum für den weiteren Ausbau fossiler Brennstoffe. Schon die heute bestehende Infrastruktur für fossile Brennstoffe würde dazu führen, dass die globale Erwärmung die 1,5-Grad-Grenze überschreitet. Neue Öl- und Gasprojekte stehen daher im Widerspruch zu den Klimazielen des Pariser Abkommens.
Die Studie erscheint zu einem Zeitpunkt, an dem die Bundesregierung eine weitere Lockerung ihrer klimapolitischen Sektorleitlinien für Exportfinanzierungen prüft. Die Leitlinien wurden 2023 eingeführt, um Deutschlands Verpflichtungen im Rahmen der „Clean Energy Transition Partnership“ (CETP) umzusetzen. Darin hatten die Unterzeichnerstaaten zugesagt, die internationale öffentliche Finanzierung fossiler Brennstoffe bis Ende 2022 einzustellen. Während die meisten CETP-Unterzeichner diese Zusage inzwischen weitgehend erfüllt haben, genehmigte Deutschland in den Jahren 2023 und 2024 weiterhin fossile Projekte im Umfang von 1,5 Milliarden US-Dollar und zählt damit zu den Ländern, die ihre eingegangenen Verpflichtungen am deutlichsten verfehlen.
Laut der Studie könnte eine Aufweichung von Deutschlands Vorgaben für die Exportfinanzierung die internationale Glaubwürdigkeit Deutschlands untergraben, das finanzielle Risiko für Steuerzahler*innen durch sogenannte „Stranded Assets“ erhöhen und gegen Deutschlands völkerrechtliche Verpflichtungen verstoßen. Zudem zeigt sie auf, dass die Aktivitäten von Eneva mit Umweltschäden, Risiken für die Ernährungssicherheit und mutmaßlichen Verletzungen der Rechte indigener Völker in Verbindung stehen. Dies wirft grundlegende Fragen zu den sozialen Folgen einer weiteren öffentlichen Unterstützung für den Ausbau fossiler Brennstoffe auf.
Oil Change International fordert Deutschland auf, seine Vorgaben für die Exportfinanzierung zu verschärfen statt zu verwässern. Dazu müssten bestehende Schlupflöcher für fossiles Gas geschlossen, die Unterstützung für sämtliche fossilen Projekte im Ausland beendet, Klimaverträglichkeitsprüfungen auf das gesamte Exportfinanzierungsportfolio ausgeweitet und die Transparenz bei der Genehmigung von Projekten verbessert werden. Dies ist entscheidend, um eine sichere und souveräne Zukunft auf Grundlage sauberer Energie im In- und Ausland zu gewährleisten.
Katharina Rall, Forschungsleiterin bei Oil Change International:
„Deutschland steht an einem Wendepunkt. Es kann entweder weiter in fossile Projekte investieren oder den Übergang zu einer Zukunft mit sauberer Energie vorantreiben, die wir dringend brauchen. Eine Aufweichung der Regeln und Schutzvorkehrungen für die Exportfinanzierung würde dazu führen, dass weitere Milliarden an öffentlichen Mitteln in klimaschädliche Projekte fließen – und zugleich Deutschlands Sicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und internationale Glaubwürdigkeit schwächen. Jeder Euro, der dafür eingesetzt wird, Länder langfristig an Öl und Gas zu binden, fehlt bei Investitionen in saubere, bezahlbare Energiesysteme. Diese stärken die Energiesicherheit, fördern die Wettbewerbsfähigkeit und schützen Gemeinschaften vor den Folgen der Klimakrise.“
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Hinweise für die Redaktion:
- Die Studie Gebrochene Versprechen, schmutzige Geschäfte untersucht die Deutschlands internationale öffentliche Finanzierung von fossilen Brennstoffen und die Risiken, die von den vorgeschlagenen Änderungen der sektoralen Leitlinien für die Exportfinanzierung ausgehen.
- Recherchen von Oil Change International ergaben, dass die Bohranlage „Eneva Explorer“, deren Erwerb durch Deutschlands öffentliche Exportfinanzierung unterstützt wurde, im Jahr 2025 zum Bohren von sieben neuen Bohrlöchern im brasilianischen Parnaíba-Becken eingesetzt wurde und damit zum Ausbau der Gasförderung im legalen Amazonasgebiet Brasiliens beitrug. Öffentliche Erklärungen von Eneva deuten darauf hin, dass die Bohranlage in der Nähe des Amazonasbeckens eingesetzt werden könnte.
- Deutschland unterzeichnete 2021 die „Clean Energy Transition Partnership“ und verpflichtete sich damit, die internationale öffentliche Finanzierung fossiler Brennstoffe einzustellen und saubere Energie zu priorisieren. Auch wenn Deutschland seinen Verpflichtungen nicht nachkam, hat das internationale Bündnis dazu beigetragen, die internationale Finanzierung fossiler Brennstoffe um 78 % zu senken.
- Eine Studie von Oil Change International und ClientEarth aus dem Jahr 2025 mit dem Titel „Wasting Public Money“ zeigt, dass Deutschland Gefahr läuft, seine 2021 eingegangene Zusage zum Ausstieg aus staatlich unterstützten Finanzierungen fossiler Projekte im Ausland zu verwässern.